Bärige Auftritte

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Der erste Applaus des Abends erklang als entspannte Freude aus Erleichterung darüber, dass endlich jemand die Gäste aus den Gesprächen befreite, in denen alle versuchten, sich nicht in den Spiegelungen der Glaswände zu verraten.
Die Lichter in der Nordhavn Arena wurden dunkler. Nur das Eis blieb hell, eine weiße, glatte Fläche unter roten Lichtbändern, die wie gefrorene Fahnen darüber hinwegglitten. Auf dem Videoring über der Mitte der Halle verschwanden die Ozeanbilder. Für einen Augenblick war nur Schwarz zu sehen. Dann erschien ein goldener Bär auf blauem Grund.
Darunter:
LEOPOLDINISCHES MILITÄRGYMNASIUM
JAHRGANG BÄR
Harfenmusik setzte ein. Die Kadetten betraten nicht das Eis. Sie kamen auf einem schmalen, mit weißem Teppich ausgelegten Steg herein, der eigens über die Bande gelegt worden war. Achtunddreißig junge Männer und Frauen in Uniformen, goldene Hose oder Rock, fliederfarbene Jacke. Ihre Schuhe waren schwarz, ihre Handschuhe weiß, ihre Gesichter erhaben ernst für Achtzehnjährige und genau deshalb vollkommen passend für einen Abend, der Wohltätigkeit wie ein Staatsakt behandelte.
An ihrer Spitze ging Dennis Mutoi, der Jahrgangssprecher.
Er war nicht der Größte der Gruppe, aber er hatte die Haltung eines Menschen, dem man früh genug beigebracht hatte, dass Stimme eine Form von Verantwortung sein konnte. Seine Haut wirkte im kalten Licht der Arena warm, seine Augen waren dunkel und wach. An seiner Brust trug er das Abzeichen des Jahrgangssprechers: ein kleiner goldener Bär, der aufrecht stand, die Tatzen erhoben, als wolle er nicht kämpfen, sondern argumentieren.
Das Publikum wurde stiller.
Ilya stand am Rand der sowjetischen Spielerbank und verschränkte die Arme. Er hatte gegen größere Männer gespielt, gegen lautere Hallen, gegen Fans, die mehr Bier als Geduld besessen hatten. Aber Kadetten, die bei einer Eishockeygala Nestroy ins Eis trugen, waren selbst für ihn eine sehr spezifische Sorte von Herausforderung.
Auf der anderen Seite der Halle stand Shane Hollander bei der amerikanisch-britisch-ghanaischen Mannschaft. Er hörte dem Teammanager nur halb zu. Sein Blick war auf die Kadetten gerichtet, aber nicht wirklich bei ihnen. Er wirkte wie jemand, der ein offizielles Programm ertrug, weil es zwischen ihm und dem Spiel stand.
Anya saß zwei Reihen oberhalb der Technikgäste, dunkelgrün, smaragdglänzend, beobachtend. Ihr Collier fing das Licht der Arena so auf, dass die Steine wie kleine kalte Flammen wirkten. Sie hatte die Kadetten sofort als nützlich eingeordnet: junge Menschen, die durch ihr Auftreten jede Bewegung anderer Menschen vorübergehend unsichtbar machten.
Claudia Tiedemann saß verspannt auf ihrem Platz bei den anderen Wissenschaftlern, aber ihre Aufmerksamkeit war nicht bei den Kadetten, sondern in der Broschüre, die sie aufmerksam las, so gut das Licht der Halle es zuließ. Mit einem kleinen Bleistift, den sie in ihrer Handtasche mitgebracht hatte, stellte sie erste Berechnungen an. Ihre Schulterpolster zeichneten im Halblicht des Auftritts eine entschlossene Geometrie. Ihre goldene hessische Löwenbrosche glänzte, als halte sie diesen Abend nicht für gesellschaftlich, sondern für prüfpflichtig.
Ravn stand oben auf dem Umlauf neben Stromberg. Sie beobachtete nicht die Kadetten, sondern die Reaktion der Gäste auf die Kadetten. Das war ein Unterschied. Ein Programm war dann gelungen, wenn es Aufmerksamkeit zentrierte, nicht zerstreute.
Stromberg sah hinunter auf die uniformierte Reihe.
„Österreich“, sagte er leise. „Niemand sonst bringt es fertig, Jugendliche wie eine Fußnote des Weltgeistes auftreten zu lassen. Es war die richtige Investition. Schicken Sie dem Direktor nach der Feier 100000 Euro als Spende für eine Bibliothek und ein Meerwasseraquarium, an dem die Bären den Schutz des Salzwassers erlernen können.“
Ravn lächelte knapp.
„Der Jahrgang Bär ist protokollarisch beliebt. Englisch, Französisch, Russisch. Sehr diszipliniert. Sehr photogen und politisch neutral. Aber 100000 Euro ist sehr großzügig für eine halbe Stunde Auftritt innerhalb einer ganzen Schullandwoche in Kopenhagen, im Hotel, nicht in der Jugendherberge.“
Ravn sah kurz zu ihm. Dann wieder hinunter.
„Wir haben 10000 Euro an das Flamingofarbene Kameel für Nichts bezahlt. Im Gegensatz dazu ist die Investition in Jugendliche immer ein Gewinn, wenn sie das Meer lieben gelernt haben.“
Mutoi trat an ein schmales Mikrophon, das am Rand des Steges stand. Hinter ihm bildeten die Kadetten eine Linie. Keine Bewegung war zufällig. Selbst ihr Stillstehen hatte etwas Einstudiertes, als könne ein falsch gehobenes Kinn eine internationale Erinnerung an die österreichisch-ungarische Monarchie auslösen.
Dennis sprach zuerst Dänisch, dann Englisch, dann Französisch, dann Russisch, jede Sprache sorgfältig einstudiert, mit jener Genauigkeit, die nur Menschen erreichen, die wissen, dass Fehler in fremden Sprachen politische Karrieren zerstören können.
Dann wechselte er ins Österreichische.
„Königliche Hoheit, Exzellenzen, Gäste der Weltenergieorganisation, Vertreterinnen der fünf Bündnisse, Damen und Herren aus Wissenschaft und Kunst. Der Jahrgang Bär des Leopoldinischen Militärgymnasiums in Enns grüßt Kopenhagen.“
Ein höflicher Applaus lief durch die Arena.
Dennis wartete, bis er abebbte.
„Johann Nestroy lässt in Lumpazivagabundus den Feenkönig sagen: ‚Wir werden euch schon Mores lehren, Ihr liederlichen Bursche, ihr! Was nun geschehn wird, sollt ihr hören, der Feenkönig richtet hier. Ihr kehrt im nächsten Augenblick zur Ordnung wiederum zurück.“
Der Satz hing einen Moment über dem Eis.
Einige Gäste lachten, weil sie glaubten, dass man bei Nestroy lachen müsse. Andere applaudierten, weil Kadetten in Uniformen immer Applaus bekamen, solange sie keine schlechte Nachricht überbrachten. Claudia hob kaum merklich den Kopf.
Ordnung, die sich von selbst gab, war in technischen Anlagen gewöhnlich ein anderes Wort für Katastrophe.
Anya lächelte interessiert.
Ilya sah zu Shane hinüber.
Shane hatte nicht gelacht, das gefiel ihm weniger, als es sollte.
Mutoi fuhr fort.
„Heute Abend treten auf dem Eis Mannschaften an, die sonst auf Karten, in Verträgen und in Generalstäben voneinander getrennt werden. Wir begrüßen das Team des Commonwealthverteidigungspaktes mit Ghana, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten von Amerika.“
Ein Scheinwerfer glitt zur westlichen Spielerbank.
Shane hob die Hand, genau im richtigen Maß. Er schwenkte die britische Flagge dezent zur Anerkennung eines Publikums, das bezahlt hatte, um ihn zu sehen. Neben ihm standen Spieler aus Ghana, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten, in weißen Trikots mit roten und blauen Streifen. Die Sponsorenloge reagierte hörbar wärmer, die samtene Königsloge rahmte ein freundliches Wirken der Prinzessin.
Dennis wartete.
„Wir begrüßen das Team des Sozialistischen Beistandspaktes mit Bulgarien, China, Jugoslawien, Polen, Rumänien, Thüringen, Tschechien, der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und Ungarn.“
Jetzt richtete sich der Lichtkegel auf die gegenüberliegende Bank.
Ilya stand auf und übernahm die sowjetische Flagge, zuerst schwenkte er sie bedächtig, doch dann glitt sein Blick für eine Sekunde zu lang zu Shane. Er warf die Fahne in die Luft, ließ sie einmal kreisen und fing sie einhändig wieder auf. Das Publikum sprang in Begeisterung auf.
Shane flüsterte „War das nötig?“ Doch im Geiste gab er sich selbst die Antwort: Natürlich!
Anya bemerkte, dass Shane zu lange hinsah.
Ilya bemerkte, dass Shane nicht lange genug hinsah.
Claudia bemerkte, dass zwei gegnerische Kapitäne glaubten, es nicht zu tun.
Dennis sprach weiter.
„Wir begrüßen das Team der Kontinentalverteidigungsgemeinschaft mit Belgien, der Dominikanischen Republik, Frankreich, Griechenland, Haiti, Italien und den Niederlanden.“
Die französische Gruppe applaudierte sehr kontrolliert, während die Fahne geschwenkt wurde. De la Motte stand dabei nicht auf. Sie saß neben Prinzessin Indulan in der königlichen Loge, die mit vollendeter Ruhe klatschte und das Eis betrachtete, als gehöre ihr nicht die Arena, sondern der Moment, in dem sie formell wurde. De la Motte hatte einen schmalen Notizblock auf den Knien. Sie schrieb nichts. Das war verdächtiger, als wenn sie geschrieben hätte.
„Wir begrüßen das Team des Panasiatenpaktes mit Indien und Japan.“
Ein japanischer Kapitän verneigte sich knapp und schwenkte die Fahne. Ein indischer Verteidiger hob den Schläger. Die Kameras fanden sofort beide Bewegungen und machten daraus internationale Harmonie.
„Und wir begrüßen das Team des Schwert-des-Islam-Paktes mit dem Osmanischen Reich und Iran.“
Der Scheinwerfer glitt über zwei Spieler in dunkelgrünen und goldenen Akzenten, zur Ausnahme schwangen hier beide Flaggen in einstudierter Harmonie. In einer Ehrenreihe nickten osmanische und iranische Vertreter einander zu, höflich genug, um keine Geschichte zu verraten.
Dennis trat einen halben Schritt zurück.
Die Kadetten hinter ihm formten mit ihren Armen die Buchstaben „Schützt Ozeane“ zuerst auf Dänisch, dann Englisch, dann Französisch, dann Japanisch, Osmanisch und Russisch.
Der Applaus brandete massiv auf. Einige Gäste sprangen auf, andere waren dankbar für klare Bilder: Uniformen, Teams, Fahnen, Jugend und Sport zum Schutz der Meere.
Die Kadetten formierten sich neu zur dänischen Hymne, zu der sich alle erhoben und der Königsloge zuwandten. Dann erklang Walzer Nr. 2 aus der Suite für Varieté-Orchester von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch, den die Kadetten in Perfektion auf den Teppich zauberten. Nachdem die letzte Note verklungen war, setzte in der Arena ein Bewegungsschub ein. Teammanager gaben letzte Zeichen. Offizielle mit Headsets liefen über die Gummimatten am Rand des Eises. Eine dänische Moderatorin trat hinaus und begann, auf Englisch, Französisch und Russisch die Kapitäns zur symbolischen Puckübergabe zu bitten.
Shane löste sich von seiner Bank.
Ilya beobachtete ihn, obwohl er sich vorgenommen hatte, genau das nicht zu tun.
Anya beobachtete nicht Shane. Sie beobachtete die Wege um Shane.
Claudia beobachtete den Monitor über dem inneren Durchgang.
Dort stimmte der Zeitcode wieder nicht.
Nur ein einzelner Sprung von weniger als einer Sekunde, als habe die Arena kurz entschieden, dass Zukunft Vergangenheit werde.
Claudia zog die Augenbrauen zusammen.
Unten am Rand der Bande trat Dr. Lind aus dem seitlichen Gang. Er war zu früh und zu spät zugleich. Zu früh für jemanden, der nur an der Präsentation teilnehmen sollte. Zu spät für jemanden, der noch ruhig das Spiel sehen wollte. Sein Anzug saß korrekt, aber sein Gesicht nicht. Er sah aus, als habe er vor wenigen Minuten mit seinem Gewissen verhandelt.
Ravn sah ihn von oben.
„Da ist Lind“, sagte sie.
Stromberg folgte ihrem Blick.
„Es sieht aus, als hätte unser guter Doktor seinen eigenen Mut verloren. Verhindern Sie, dass er etwas Unüberlegtes tut oder sagt. Jedenfalls wird er nicht an der Technikpräsentation teilnehmen.“ Stromberg aß ein paar Fischflocken, bevor er eine Handvoll davon in das Aquarium neben seinem Sitz streute.
Ravn blickte kurz zur Königsloge, in deren samtiger Höhle de la Motte neben Indulan und ihren Hofdamen saß.
Stromberg verstand sofort. Seine Stimme blieb ruhig.
„Machen Sie es so, dass die Damen da drüben nicht…abgelenkt…werden.“
„Natürlich nicht.“
Ravn hob zwei Finger. Einer der Sicherheitsleute am oberen Geländer reagierte kaum merklich, ein Blick, der unten zwei Männer in eisweißen Anzügen in Bewegung setzte.
Stromberg sah weiter hinunter.
Unten hatte Lind inzwischen die Nähe der amerikanisch-britisch-ghanaischen Bank erreicht. Die symbolische Puckübergabe schuf genau die Sorte unübersichtlicher Ordnung, die er brauchte: Kapitäns, Offizielle, Kameras, eine Moderatorin, zwei Kinder in Seeanemonenkostümen, ein Photograph auf einem Knie, drei Sicherheitsleute, die gerade nicht wussten, ob ein Mann mit Akkreditierung ein Gast oder ein Problem war.
Shane trat an die Markierung.
Der offizielle Puck lag bereits auf einem kleinen Silbertablett. Schwarz, sauber, mit dem Emblem der Stromberg-Stiftung.
Lind blieb neben einem dänischen Assistenten stehen, der ihn wegschicken wollte und dann auf seinen Ausweis sah. Das Aussehen eines Mannes, der möglicherweise Zugang hatte, war in solchen Momenten fast so wirksam wie echter Zugang.
„Herr Hollander“, sagte Lind leise.
Shane drehte den Kopf.
„Jetzt?“
„Gerade jetzt.“
„Ich bin ein bisschen beschäftigt.“
„Dann passt es.“
Lind lächelte nicht. Er hielt Shane einen zweiten Puck hin, halb verborgen in der Handfläche. Schwarz, matt, schwerer wirkend als der offizielle. Auf der Seite ein fein graviertes Atlantis-Signet, aber darunter ein dünner Ring aus dunklem Metall, als hätte jemand den Puck nicht hergestellt, sondern verschlossen.
Shane sah darauf.
„Nehmen Sie ihn!“
„Warum?“
„Weil Sie die Art Mensch sind, der Dinge sofort dem richtigen Ministerium gibt. Für Francine de la Motte. Nur für sie!“
Shane sah ihn jetzt genauer an. Derr Mann schob ihm den Puck aggressiv in die Tasche seiner Eishockeyhose.
Ein Offizieller winkte Shane zu. Die Moderatorin lächelte in seine Richtung. Kameras warteten. Die Welt rettete sich nicht gern ohne Timing.
Lind trat näher.
Für einen Moment hörte Shane nichts von der Arena. Nicht den Applaus, nicht die Musik, nicht die Moderatorin, nicht die Kinder in den Seegras-Kostümen. Nur diesen Satz.
Ravn sah sie nicht. Stromberg sah sie nicht. Beide blickten in diesem Moment zu de la Motte, weil diese sich erhoben hatte, um mit Prinzessin Indulan ein paar Worte an die Gäste zu richten.
Aber Anya sah sie.
Nicht den Puck zuerst. Die Hand. Linds Bewegung. Shanes minimale Verzögerung. Die Art, wie ein Gegenstand den Besitzer wechselte, ohne ein Geschenk zu sein. Für Anya war das ein toter Briefkasten in menschlicher Form. Ein Wissenschaftler, der einen Sportler als Kurier benutzte, weil Sportler von Kameras geschützt wurden und von Sicherheitsleuten unterschätzt.
Interessant, dachte sie, sehr unprofessionell, aber interessant. Doch wer wäre der Empfänger?
Claudia sah die Übergabe im Monitor, aber das Bild war eine halbe Bewegung zu früh, dann zu spät, dann wieder synchron. Lind gab den Puck, bevor Lind den Puck gab. Shane wandte sich ab, bevor er sich zugewandt hatte. Der Fehler war klein, aber diesmal hatte er Gewicht.
Ilya sah nicht den Puck, sondern Shane. Das war sein Problem. Er sah, wie Shane sich für einen Sekundenbruchteil veränderte, nur sichtbar für Kameras, nicht für Sponsoren, nicht für Menschen, die Shane nur als Gesicht auf Plakaten kannten. Aber Ilya sah es. Die Schultern blieben ruhig, der Mund blieb höflich, doch irgendwo hinter den Augen ging eine Tür zu. Jemand hatte Shane etwas gegeben.
Ilya wusste nicht, was es war.
„Kapitän Hollander?“, rief die Moderatorin.
Applaus, Blitzlicht, das Stromberg-Logo auf dem Videoring. 
Lind sah für einen Augenblick aus, als hätte er sich selbst nicht gerettet, sondern nur entschieden, wer später seine Angst erben sollte.
Die Moderatorin bat die Kapitäne zum Mittelpunkt der Eisfläche. Shane ging. Der offizielle Puck lag sichtbar in seiner Hand. Der andere war unsichtbar und das machte ihn gefährlich.
Mutoi und die Kadetten hatten inzwischen den Steg verlassen. Am Ausgang drehte er sich noch einmal kurz um, nicht weil er etwas verstanden hatte, sondern weil junge Menschen mit guter Ausbildung manchmal spüren, wenn ein Raum die Ordnung wechselt. Dann verschwand der Jahrgang Bär zu den Plätzen auf der Tribüne neben eine hessische Schulklasse in blauen Schuluniformen, bei der auch Magnus saß, der Mutoi einen Schluck aus seinem Flachmann anbot.
Unten bewegten sich die beiden Männer, die Ravn geschickt hatte, unauffällig hinter Lind her.
Lind merkte es, tat aber so, als täte er es nicht.
Auf der Eisfläche senkte Shane den offiziellen Puck für die Kameras. Die Halle applaudierte lauter. Die fünf Bündnisse standen unter Fahnen und Licht, als hätte die Welt sich für einen Abend in Trikots übersetzen lassen.
Über dem Eis flackerte ein roter Schein.
Oben sagte Stromberg leise:
„Bärige Auftritte.“
Ravn antwortete nicht. Sie beobachtete Lind, der jetzt in Richtung Glasgang ging, begleitet von zwei Schatten, die niemandem auffallen sollten.
De la Motte setzte sich wieder.
Prinzessin Indulan legte eine Hand auf die Armlehne ihres Throns, als habe sie etwas beschlossen, das noch niemand hören durfte. Bläser schmetterten. Die Kameras fanden das Eis. Und Claudia stand auf, um Lind zu folgen.

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