Shanes Rettungsversuch

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Die Schleuse klopfte zum zweiten Mal.
Diesmal nicht mit der ungeduldigen Härte eines Ilya Rozanow, der zu stolz war, um zuzugeben, dass er Angst hatte. Diesmal war es ein schnellerer, unordentlicherer Schlag. Einer, der weniger nach Entscheidung klang als nach jemandem, der einen schlechten Verdacht zu spät ernst genommen hatte.
Ilya fuhr herum.
Anya hob sofort die Waffe.
Claudia sah auf das Terminal. Die Anzeige der Schleuse flackerte, als habe der Reaktorraum selbst für einen Moment keine Lust mehr, neue Gäste zu akzeptieren.
„Noch jemand, dem Sie gesagt haben, er solle warten?“, fragte Claudia Anya.
Ilya antwortete nicht.
Aus dem Lautsprecher kratzte eine Stimme.
„Ilya?“
Shane. Der Name stand nicht im Raum, aber alle drei hörten ihn trotzdem. Ilya war schon an der Schleusensteuerung, bevor Anya ihn ganz aufhalten konnte.
„Nicht öffnen!“, sagte sie.
„Doch.“
„Wir wissen nicht, ob er allein ist.“
„Dann fragen wir.“
Ilya drückte die Gegensprechanlage.
„Shane.“
Einen Augenblick kam nur Atem durch den Lautsprecher. Dann Shanes Stimme, gepresst und deutlich zu wütend für echte Erleichterung.
„Du bist hier unten. Natürlich bist du hier unten. Ich dachte, sie hätte dich umgebracht, weil du nicht zurückgekommen bist, du Idiot!“
„Bist du allein?“
„Ja.“
Anya trat neben Ilya. „Das kann jeder sagen.“
Shanes Stimme wurde schärfer. „Ist das die Frau in Grün?“
„Schwarz inzwischen“, sagte Ilya.
„Wundervoll. Dann ist wenigstens die Garderobe vorangekommen.“
„Er kommt nicht ohne Mantel rein.“ knurrte Claudia streng.
Ilya drückte wieder auf die Sprechtaste. „Im Materialraum links hängt Schutzkleidung. Mantel anziehen. Dosimeter. Handschuhe.“
„Warum?“
Claudia lehnte sich zur Gegensprechanlage.
„Weil Sie sonst im Bericht als vermeidbarer Nebenfehler auftauchen, Herr Hollander, und ihre Kinder mit drei Köpfen geboren werden.“
Kurzes Schweigen. Ilya sah Claudia entsetzt an.
Dann sagte Shane: „Meine Kinder?“
Durch das Sichtfenster sahen sie, wie Shane im Materialbereich den Schutzmantel suchte. Er war noch halb in der Kleidung, in der er Ilyas Suite verlassen hatte: Hemd, dunkle Hose, offene Jacke, zu schnell angezogen, zu wenig geordnet. Der graue Schutzmantel machte daraus nichts Würdigeres, aber immerhin etwas weniger Verletzliches. Er befestigte das Dosimeter falsch. Claudia korrigierte ihn durch die Sprechanlage mit der Geduld einer Frau, die innerlich bereits drei Bildungsministerien verurteilte.
„Nicht dort. An den Kragen. Sichtbar. Nein, sichtbar heißt außen.“
Shane sah durch die Scheibe. „Ich hatte nicht vor, heute Abend Mode zu lernen.“
„Ich auch nicht, und trotzdem sind wir alle hier.“
Endlich saß das Dosimeter korrekt. Ilya öffnete die innere Schleuse.
Shane trat ein.
Die Kälte traf ihn sofort. Sein Blick ging zuerst zu Ilya, dann zu Anya, dann zu Claudia — und erst danach zu den sechs oszillierenden Neptuniumringen.
Er blieb stehen.
„Sie sind die Diebin des Pucks? Und was ist das da hinten?“
„Der Grund, warum Lind verschwunden ist. Der Puck war der Schlüssel zur äußeren Türe und ich bedauere schon, dass ich sie nicht hinter mir zugesperrt habe. Und das da hinten sind ein  Kugelhaufenmikroreaktor und ein neptuniumstabilisiertes Portal ins Pleistozän“, sagte Claudia.
Shane sah auf das weiße Fenster zwischen den Ringen. Schnee und Wind.
„Die Eiszeit?“
„Es war ja klar, dass du weißt, was ein Pleistogähn ist, das ist so langweilig wie du.“ Shane ignorierte Ilyas Kränkung.
Ilya trat zu Shane, aber nicht zu nah. Zwischen ihnen lag noch immer die Suite, der durchsuchte Mantel, die Lüge, die falsche Nähe. Shane sah ihn kurz an. Es war kein verzeihender Blick. Aber auch keiner, der ihn endgültig ausschloss.
Das musste für den Augenblick reichen.
Anya senkte die Waffe nicht ganz.
„Sie hätten oben bleiben sollen.“
Shane lachte einmal, hart und kurz. „Das wurde mir heute Abend erstaunlich oft gesagt. Von Leuten, die danach alle in Keller gegangen sind.“
Claudia zeigte auf den Generator. „Kurzfassung: Der kleine Reaktor dort ist ein extrem effizienter Mikrokugelhaufengenerator. Das angebliche Gezeitenkraftwerk ist Tarnung, Kühlwasserlogistik und PR-Inhalt. Das zweite Gerät dort hält mit sechs Neptuniumringen ein Zeitfenster offen.“
Shane sah sie an. Shane drehte den Kopf langsam zurück zu den Ringen. Die Erkenntnis erreichte ihn nicht als wissenschaftliches Verständnis, sondern als Körperreaktion: Die Schultern wurden starrer, der Atem flacher. Er hatte Lind verschwinden sehen wollen? Nein. Er hatte nur einen Auftrag bekommen. Einen Puck, einen Blick und einen Mann, der Angst vor Verfolgerinnen gehabt hatte.
Claudia nickte. „Die Anlage nennt es Subjektverschiebung, wir wissen, dass Lind verschwunden ist, wahrscheinlich wurde er irgendwie in die Eiszeit gesaugt. Keine schöne Vorstellung, so zu erfrieren.“
Shane trat einen Schritt näher an das Portal. Ilya griff sofort nach seinem Arm.
„Nicht.“
Shane riss sich nicht los, aber sein Blick blieb auf dem Weiß.
„Er hat mir den Puck gegeben. Er hat gesagt, ich soll ihn jemandem geben, der merkt, dass er zu schwer ist.“
Claudia berührte die Innentasche ihres Schutzmantels, in der der Puck lag.
Shane sah die Bewegung.
„Sie haben ihn immer noch.“
„Ja.“
„Dann müssen wir zu de la Motte.“
Anya sagte sofort: „Nein.“
Shane drehte sich zu ihr. „Doch. Lind wollte das. Francine de la Motte ist Vertreterin der Weltenergieorganisation. Wenn dieses Ding ein Reaktor ist, wenn Stromberg hier unten mitten in Kopenhagen—“
„Nicht nur ein Reaktor“, unterbrach Anya.
„Umso besser. Dann muss es erst recht raus.“
Ilya nickte. „Er hat recht.“
Anya sah ihn an, als hätte er sie persönlich enttäuscht.
„Natürlich finden Sie das einen guten Plan. Sie haben heute Abend schon mehrere schlechte Entscheidungen romantisch verteidigt.“
„De la Motte hat Autorität“, sagte Ilya. „Sie kann Stromberg stoppen.“
„Sie kann den Reaktor stoppen“, sagte Anya. „Vielleicht. Aber sobald das Portal öffentlich wird, ist es nicht mehr zu stoppen. Dann wissen WEO, Dienste, Staaten, Bündnisse, Admiräle und jeder Mann mit einem Hafen, dass so etwas möglich ist.“
Shane trat näher. „Also vergraben wir es einfach unter einem Hotel?“
„Wir sichern es.“
„Für wen? Die Sowjetunion?“
Anya hielt seinen Blick wie eine gerade Spargelstange ohne Sauce. „Lieber für die Arbeiterinnen und Bauern in der Sowjetunion als für Stromberg.“
„Das ist nicht die beruhigende Antwort, die Sie glauben.“
„Ich glaube nicht an beruhigende Antworten.“
Claudia hob die Hand.
„Der Reaktor muss dokumentiert werden.“
Anya drehte sich zu ihr. „Nicht jetzt.“
„Doch. Die Reaktortechnologie ist zu gut, um sie mit Stromberg zu begraben. Der Mikrokugelhaufengenerator könnte Kraftwerke kleiner, sicherer und wirtschaftlicher machen. Städte stabilisieren. Alte Anlagen ersetzen. Winden retten, vielleicht nicht nur Winden.“
Anya zeigte auf die Ringe. „Und das da?“
„Das nicht.“
„Man kann beides nicht sauber trennen.“
„Man muss es trennen.“
„Technik trennt sich nicht, nur weil Wissenschaftlerinnen es wollen.“
Claudias Augen wurden schmal. „Und Geheimdienste machen Technik nicht sicherer, indem sie sie stehlen.“
„Manchmal schon.“
„Nein! Sie machen sie nur schweigsamer.“
Shane sah von einer zur anderen. „Das ist absurd. Lind ist verschwunden. Diese Maschine hält ein Loch in die Eiszeit offen. Stromberg will damit vielleicht Ozeane kühlen oder Wasserstraßen einfrieren oder Gott weiß was. Und Sie streiten über Veröffentlichungsrechte?“
„Über Kontrolle“, sagte Anya.
„Über Verantwortung“, sagte Claudia.
„Über Leben“, sagte Ilya.
Alle sahen ihn an.
Ilya stand zwischen Portal und Schleuse, die Hände halb erhoben, nicht wie ein Diplomat, sondern wie ein Spieler, der zwei Gegner davon abhalten wollte, sich nach dem Pfiff noch ineinander zu verkeilen.
„Wenn Shane de la Motte holt, bekommt die WEO den Reaktor. Wenn Anya recht hat, bekommen zu viele Leute das Portal. Wenn Claudia recht hat, darf Stromberg die Reaktortechnik nicht mit seinem Irrsinn verbrennen. Also brauchen wir Daten, Beweise und einen Weg, das Tor zu schließen, bevor jemand anderes herunterkommt.“
„Das sagte ich bereits“, murmelte Claudia.
„Sie sagten es zu kompliziert.“
„Ich sagte es exakter.“
Shane ging zum Terminal neben dem Portal. „Wo schließt man es?“
Claudia fuhr herum. „Nichts anfassen, Sie Stumpf!“
„Ich ja frage nur.“
„Bei Männern mit Eishockeyhintergrund ist das oft die Vorstufe zu einem Sachschaden.“
Ilya trat zu Shane. „Weg vom Terminal.“
Shane sah ihn an. „Sag mir nicht schon wieder, was ich tun soll.“
„Dann mach nicht schon wieder etwas Dummes.“
„Ich bin hier, weil du Anya nachgelaufen bist.“
„Ich bin hier, weil du einen Zeitpuck angenommen hast.“
„Von einem Wissenschaftler, der Hilfe wollte.“
„Und du hast nicht einmal gemerkt, dass Claudia ihn dir gestohlen hat.“
Der Satz war draußen, bevor Ilya ihn zurückholen konnte.
Shanes Gesicht veränderte sich.
Claudia sagte trocken: „Zur Sache vielleicht?“
Aber es war zu spät. Shane trat einen halben Schritt auf Ilya zu und schlug mit der behandschuhten Faust auf das Display.
„Du willst wirklich jetzt darüber reden, was ich heute Abend nicht gemerkt habe?“
Ilya atmete aus. „Nein.“
„Gut.“
„Aber geh vom Terminal weg.“
Shane bewegte sich nicht.
Anya hatte inzwischen die Anzeigen beobachtet. „Die Ringe werden instabil.“
Claudia drehte sich sofort zu den Displays.
Die Werte liefen schneller. Phase eins und vier drifteten auseinander. Ring drei oszillierte in kurzen, ungleichmäßigen Stößen. Der weiße Ausschnitt in der Luft flackerte, als würde dahinter ein Sturm plötzlich gegen eine Scheibe schlagen.
„Was haben Sie gemacht?“, fragte Claudia.
„Nichts“, sagte Shane.
„Das sagen alle kurz vor einem Protokoll.“
Ilya trat zwischen Shane und das Terminal. Er wollte Shane wegziehen, griff aber im Schutzmantel zu breit aus. Sein Ellbogen stieß gegen eine seitliche Steuerleiste, kaum mehr als ein Druck auf ein eingelassenes Feld.
Ein Ton erklang, kein Alarm
Auf dem Hauptdisplay erschien eine Zeile.
PHASENANKER-DEAKTIVIERUNG EINGELEITET
Claudia erstarrte.
„Nein.“
Anya riss die Waffe hoch, als könne man einen Befehl erschießen.
„Was war das?“
Ilya sah auf seine Hand.
„Ich—“
„Sie haben den Portalstabilisator deaktiviert“, sagte Claudia.
„Ist das gut?“, fragte Shane.
„Nicht so.“
Die sechs Neptuniumringe verloren ihre Harmonie.
Zuerst klang es wie Glas, das in weiter Entfernung unter Druck geriet. Dann riss der Wind auf. Das Weiß im Zentrum der Ringe blähte sich nach vorn, als habe die Eiszeit auf der anderen Seite plötzlich gemerkt, dass ihre Tür nicht mehr stabil gehalten wurde.
Kälte schlug durch den Raum.
Nicht als Luftzug, sondern als Stoß.
Die transparenten Abschirmungen überzogen sich schlagartig mit Reif. Metall knackte. Eine Lampe platzte. Das Dosimeter an Shanes Kragen begann zu piepen.
Claudia schrie: „Zurück!“
Anya packte sie am Ärmel und zog sie hinter einen Schaltschrank.
Shane stand am nächsten an der Senke.
Er hatte nur einen Augenblick zu lange auf das Portal gesehen. In dem Weiß erschien für einen Atemzug eine dunkle Tiefe, kein Bild mehr von Eislandschaft, sondern ein Strudel aus Licht, Schnee und verzerrter Zeit. Der Raum vor ihm bog sich. Das Wasser im Ablingbecken gefror schlagartig.
Shanes Füße rutschten über den frostigen Boden.
Ilya reagierte schneller als er dachte.
Er warf sich hart gegen Shane, mit der ganzen Masse eines Spielers, der wusste, wie man einen Körper aus einer Linie nahm. Shane wurde von den Füßen gerissen und prallte gegen den Boden hinter der Senke. Ilya landete halb auf ihm, halb neben ihm, sein Schutzmantel schlitterte über gefrorenes Metall.
Im selben Moment brach das Portal zusammen.
Die sechs Ringe stießen aus ihren Phasen heraus. Einer kreischte in der Halterung, ein zweiter kippte um wenige Zentimeter aus der Achse. Das Weiß zwischen ihnen zog sich zu einem grellen Punkt zusammen und riss dann nach innen, als würde jemand die Luft aus dem Raum schneiden.
Eine temporale Eruption schlug dort ein, wo Shane eben gestanden hatte.
Ein senkrechter Riss aus Kälte, Druck und unmöglicher Ferne. Für einen Bruchteil sah Claudia durch ihn etwas, das nicht in diesen Keller gehörte: Schnee über schwarzem Gestein, ein grauer Himmel, eine Bewegung im Sturm. Dann lag die Leiche von Lind im Schnee. Und plötzlich war es weg. Der Knall kam erst danach.
Die Druckwelle schleuderte lose Werkzeuge vom Tisch. Das Terminal wurde dunkel. Die Ringe fielen nacheinander in Notstellung, schwer, metallisch, tot. Der Mikrokugelhaufengenerator blieb an, aber sein Summen hatte sich verändert.
Für einige Sekunden hörte man nur Atem.
Shane lag auf dem Rücken, Ilyas Arm noch quer über seiner Brust. Beide keuchten. Ihre Gesichter waren weiß vom Frost, ihre Haare von feinen Kristallen besetzt.
Shane blinzelte.
„Was war das?“
Ilya antwortete nicht sofort. Dann sagte er: „Ich habe dich geschubst.“
„Das habe ich gemerkt.“
„Gut.“
„Ich meinte das andere.“
Claudia kam hinter dem Schaltschrank hervor. Ihre Hände zitterten vor Wut, nicht vor Angst. Jedenfalls hätte sie das behauptet.
„Das andere war der Versuch des Pleistozäns, Sie als Nachfolger von Lind einzufrieren.“
Anya half ihr nicht sichtbar. Aber sie blieb nahe genug, um sie aufzufangen, falls Claudia doch beschloss, menschliche Schwäche zu zeigen.
Shane setzte sich langsam auf. Er sah auf die nun leeren Ringe.
„Lind ist da drin?“
Keiner antwortete. Das war Antwort genug.
Anya trat zum Terminal. „Status?“
Claudia schob sie fast beiseite, nicht grob, aber eindeutig. Sie prüfte Anzeigen, Schalter, Notprotokolle.
„Portal geschlossen. Phasenanker erwärmen sich passiv. Generator läuft unverändert. Kühlimport null. Stromexport bei 96%. Das heißt, irgendwer in Dänemark merkt gerade einen massiven Energieanstieg im öffentlichen Netz. Dann dauert es nicht lange, bis Stromberg davon weiß. Und oben wird das Eis zu tauen beginnen, wenn es nicht mehr gekühlt wird.“
„Also haben wir es abgeschaltet?“, fragte Ilya.
Claudia drehte sich zu ihm.
„Sie haben es fast so abgeschaltet, dass wir Herrn Hollander paläontologisch neben einem Mammut hätten katalogisieren müssen.“
Ilya nahm das hin.
Shane sah ihn an.
Diesmal war da keine Wut zuerst. Nur die harte Erkenntnis, wie knapp etwas gewesen war, das er noch nicht einmal verstand.
„Danke“, sagte Shane leise.
Ilya sah weg. „Bitte.“
Anya holte tief Luft. „Jetzt gibt es keinen Zweifel mehr. Niemand außerhalb eines sehr kleinen Kreises darf erfahren, dass das Portal funktioniert hat.“
„Nicht funktioniert hat“, sagte Claudia scharf. „Funktioniert. Es lässt sich schließen. Es lässt sich öffnen. Es hat Lind verschoben. Es hätte Shane geholt. Und wenn Stromberg größere Versionen baut, ist das hier nur der Prototyp. Wenn man es richtig bedient und nicht in seiner Falllinie steht beim Öffnen und Schließen, dann ist das eine funktionierende Technik.“
Shane stand langsam auf. „Dann gehen wir zu de la Motte.“
Anya sagte: „Nein.“
Claudia sah auf die toten Ringe, dann auf den immer noch arbeitenden Generator.
„Wir gehen zu de la Motte“, sagte sie. „Aber nicht mit allem.“
Anya wandte sich zu ihr.
Claudia fuhr fort: „Die WEO muss den Reaktor sehen. Den Generator. Die Kühlwassergenialität mit dem Gezeitenkraftwerk als tertiärem Kühlkreislauf. Die Gefahr eines nicht genehmigten nuklearen Systems unter einem Hotel voller Gäste. Das reicht, um Stromberg zu stoppen.“
„Und das Portal?“, fragte Shane.
Claudia sah zu den Ringen.
„Das Portal sichern wir zuerst. Daten kopieren. Steuerung sperren. Neptuniumringe entfernen, wenn möglich.“
Anya nickte langsam. „Selbst Stromberg kann nicht so schnell so viel Neptunium wiederherstellen, nicht mit allen Reaktoren seiner schiffe zusammen. Aber was tun wir dann?“
„Dann streiten wir weiter.“
Ilya half Shane auf die Beine. Für einen Moment hielten sie einander zu lange fest. Aus der Schleuse kam plötzlich ein dumpfes Zischen.
Anya hob die Pistole. Claudia griff nach dem Puck in ihrer Tasche. Ilya stellte sich wieder vor Shane, als hätte er aus den letzten zehn Sekunden absolut nichts und zugleich alles gelernt.

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